Kölsch, Alt, Pils & Co - was ist was?
Bei uns in Deutschland ist der Biermarkt ziemlich übersichtlich - im
Vergleich zu den oft exotischen Angeboten im Ausland. Zwar schwört jede
Brauerei darauf, ein sehr spezielles, unverwechselbares Bier zu brauen.
Doch die Unterschiede waren früher sicherlich sehr viel größer. Heute gibt
es fast nur noch so genannte "Vollbiere". Das bedeutet, dass diese Biere
mit einer bestimmten Malzmenge bzw. mit einer bestimmten Menge vergärbarer
Zucker hergestellt werden und so auf einen Alkoholgehalt zwischen 3 und 5
% Prozent kommen. Daneben gibt es Starkbiere mit höheren Alkoholgehalten
(z.B. Doppelbock).
Wichtig für den
Unterscheidung und den Charakter der Biere sind die Eigenschaften der
Hefe. Die obergärige Hefe ist die ältere Hefeform und heißt so, weil sie
im Verlauf der Gärung nach oben getragen wird. Das liegt daran, dass die
Hefezellen bei der Vermehrung miteinander verbunden bleiben und verzweigte
Ketten bilden. In diesen Ketten verfangen sich die aufsteigenden
Kohlendioxid-Bläschen und treiben die Hefeketten nach oben. Die
untergärige Hefe verhält sich anders: Hier vereinzeln die Zellen und
sinken im Verlauf der Gärung zu Boden. Die untergärigen Biere werden
traditionell bei niedrigen Gärtemperaturen (bis 10 Grad) hergestellt, die
obergärigen verlangen höhere Gärtemperaturen bis 25 Grad.
Die Brauer sagen, dass die
obergärige Hefe wegen der höheren Temperaturen mehr Geschmacksstoffe vor
allem mit fruchtiger Note bildeten, während das untergärige Bier nach
einer längeren Lagerzeit ein feineres Aroma habe und für eine stärkere
Hopfung geeignet sei.
Wie auch immer - in Deutschland gibt es
nicht die Anhänger von untergärigem und obergärigem Bier, sondern von Pils
oder Kölsch oder Alt oder Weizenbier.
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Pils ist ein helles untergäriges
Bier mit feinem, hopfenbetontem Aroma. |
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Altbier
(Düsseldorf und Niederrhein) ist ebenfalls obergärig, wegen der
verwendeten dunklen Malzanteile ebenfalls von dunkler Farbe. |
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Kölsch ist ein helles obergäriges und darf nur in
Köln gebraut werden. |
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Weizenbier
wird nicht aus Gersten-, sondern aus
Weizenmalz hergestellt und ist obergärig. |
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Berliner Weißbier
(obergärig) darf nur in Berlin hergestellt werden. Es ist kein Voll-,
sondern ein leichteres Schankbier. Ein Teil des Zuckers wird zu Milchsäure
vergoren. Es wird gerne mit Himbeer- oder Waldmeistersirup gesüßt. |
| Malzbier
(obergärig) enthält neben den Kohlehydraten aus dem Malz auch
Zuckerszusatz und wird kurz angegoren, enthält also auch Alkohol bis 1,5%.
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Wie macht man alkoholfreies Bier?
Alkoholfrei bedeutet nicht
0% Alkohol. Beim alkoholfreien Bier sind per Gesetz 0,5vol % Alkohol
erlaubt. Ein Glas alkoholhaltiges Bier (mit 5 % Alkohol) hat also genauso
viel Ethanol wie 10 Gläser Alkoholfrei.
Es gibt eine Reihe von Verfahren, wie
man dem Bier den Alkohol entzieht. Eine Methode besteht darin, den
Gärprozess etwas verfrüht abzubrechen, so dass die Hefe nicht den gesamten
Zucker in Alkohol umsetzt. Genau das passiert z.B. auch beim Malzbier. Der
Nachteil dieser abgebrochenen Gärung soll darin bestehen, dass die bei der
Gärung gebildeten "biertypischen" Geschmacksstoffe fehlen.
Um trotzdem einen klassischen Biergeschmack zu erhalten wird eine andere
Methode angewendet, nämlich das sog. Dialyseverfahren. Hier wird dem Bier
der Alkohol nachträglich entzogen. Das geschieht, indem man das
alkoholhaltige Bier an einer Membran vorbeischickt. Auf der anderen Seite
der Membran befindet sich ein Kreislauf mit einem alkoholfreien Bier. Da
die Natur immer ein Gleichgewicht anstrebt, wandern die Alkoholmoleküle
(und leider auch einige geschmackswirksame Moleküle) aus dem Bier auf die
andere Seite der Membran. Dort wird der Alkohol durch eine
Destillationskolonne fortwährend verdampft.
Derzeit macht das alkoholfreie Bier nur
rund 3 Prozent des Bierverbrauchs aus - Tendenz leider fallend.